Reisetagebuch

Nach einem halben Jahr arbeiten in meinem Projekt und immer nur kurzen Wochenendtrips, wurde es Zeit fuer eine richtige Erholung. Dafuer wollte ich mit meinen Mitfreiwilligen Oliver und Roman an die Kueste Perus fahren, die Nasca-Linien ueberfliegen, in die Wueste gehen, die Cordillera-Blanca besichtigen und zum Abschluss am Strand ausruhen.
Da aber schon der Beginn der Reise alles andere als langweilig war, habe ich mich dazu entschlossen, ein “kleines” Reisetagebuch zu schreiben.
Das Tagebuch gibt es auch als PDF mit Bildern zum Herunterladen.

Inhaltsverzeichnis

Tag -2, Mittwoch der 20.02.2008

Eigentlich sollte unsere Reise mit einem Flug von Cusco nach Lima am 22. Februar 2008 beginnen. Somit war geplant, Mittwoch und Donnerstag regulaer zu arbeiten. Am Vormittag dieses Tages erhielt ich jedoch einen Anruf einer Mitfreiwilligen, die mir sagte, dass es Donnerstag und Freitag heftige Streiks der Taxifahrer und aller Transportmoeglichkeiten geben sollte und wir daher, falls wir am Freitag fliegen wollten, noch am Mittwochabend nach Cusco fahren muessten, da es sonst eine Moeglichkeit mehr geben wuerde. Nach einigem hin und her, bei dem uns wirklich jeder sagte, dass wir noch am heutigen Abend fahren muessten, entschieden wir uns zu packen und alles fertig zu machen. Nebenbei erweahnt, die vier weiblichen Mitstreiter, die ein halbes Jahr lang mit uns gelebt und gearbeitet haben, wollten eigentlich ebenfalls am Freitag aufberechen. Wegen des Streikes entschieden sie jedoch, schon am Mittwoch zu fahren. Sie hatten keine zwei Stunden Zeit, um ihr Hab und Gut aus einem halben Jahr zusammen zu packen und abzufahren. Der Abschied war verdammt unerwartet und schnell. Ich konnte gerade noch ein kurzes Abschiedsfoto machen. Dann waren sie weg. Kurz darauf machten auch wir uns auf den Weg in die alte Inka-Hauptstadt und bezogen dort Quartier.
Um den Abschied der Maedels zu verarbeiten bzw. wirklich zu realisieren, begab ich mich am Abend alleine in das malerische Kuensterviertel San Blas. Es war Vollmond. Alleine in meine Gedanken versunken schlenderte ich durch die schmalen steilen Gassen. Irgendwann traf ich auf eine Bar, aus der angenehme Musik drang. Ich entschied mich dazu, den Abend mit einem kleinen Bier (“Chela”) ausklingen zu lassen. Etwas ueberrascht war ich dann schon, als sich das “kleine Bier” als eine 1,1 Liter Flasche herausstellte. So sass ich nun da mit meinem Bier, ganz allein und dachte ueber Gott und die Welt nach.

Die Cuy-Zeremonie
Waehrend ich da nun so sass und mein Bier genoss, bemerkte ich langsam eine Veraenderung in der Luft. Zuerst nur ganz leicht. Dann immer deutlicher. Weihrauchgeruch. In einem Teil der Bar, der weiter hinten gelegen war, hatten sich vier Personen (der Besitzer, die Bedienung und zwei Priester/Schamanen oder so) versammelt und sassen um ein kleines Feuerchen, das sich bei genauerem Betrachten als Raeucherschale herausstellte. Mit dieser Schale ging ein junger Mann, der mit einem Poncho bekleidet war in der ganzen Bar herum und raeucherte alles aus. Diese Zeremonie diente aller Wahrscheinlichkeit nach der Reinigung der Bar. Anschliessend wurden ueberall Rosenblaetter verteilt, die Glueck bringen sollen. Nachdem dies vollendet war, begaben sich alle nach draussen. Auch ich wurde dazu eingeladen, ihnen Gesellschaft zu leisten. Dort wurde ein Feuer entfacht, ein Tuch ausgebreitet und ein Tisch aufgestellt. Auf dem Tuch wurden Coca-Blaetter verteilt und auf dem Tisch stand Chicha (Maisbier) und Wein bereit. Dann begann die eigentliche Zeremonie.
Zuerst wurden von den Zeremonialmeistern jeweils drei Coca-Blaetter ausgesucht, die dann an die der Zeremonie beiwohnenden Personen gegeben wurden, die von diesen dann gekaut wurden. Anschliessend wurde etwas Chicha in den vier Himmelsrichtungen rund um das Feuer verschuettet. Was hiernach kam, liess mich als Vegetarier etwas erschaudern, aber so sind Zeremonien nunmal. Ein relativ kleines Cuy (Meerschweinchen) wurde genommen, ueber den Rauch von Weihrauch gehalten und nebenher wurde auf Quetschua gebetet. Dann zog der Meister ein Messer hervor, schlizte den Bauch des Cuyes auf und schnitt ihm sein Herz aus dem Leib. Dies zuckte, genauso wie das Cuy, noch eine Weile. Danach wurde das Herz mit Wein uebergossen, angebetet und dem Feuer uebergeben. Der Bauch des Cuyes wurde mit drei Coca-Blaettern verschlossen und anschliessend ebenfalls dem Feuer uebergeben. Zum Abschluss der Zeremonie durfte sich jeder die drei schoensten Coca-Blaetter aussuchen und zusammen mit seinem groessten Wunsch in das Feuer legen. Als dies erledigt war, wurde Wein und Bier herumgereicht und ich unterhielt mich mit dem Meister ueber Religion und Philosophie. Gegen 23 Uhr machte ich mich auf den Weg in unser Hostal um zu schlafen.

Tag -1, Donnerstag 21.02.2008

Ein Tag lang nichts tun und einfach in Cusco entspannen. Nicht gerade das Aufregendste, aber kann man sich ja auch mal goennen. Gegen 11 Uhr machte ich mich auf den Weg um zu fruehstuecken. Als ich aus der Tuer trat, merkte ich, dass tatsaechlich Streik war, denn kein einziges Auto war zu sehen. Ich machte mich auf den Weg zur Plaza (dem Hauptplatz) und als ich die Menschenmassen sah, dachte ich, hol doch noch schnell deine Kamera, dann kannst du viele Bilder machen und dann in einem Bericht ueber die Streiks einbinden. Also Kamera geholt, Bilder geschossen, Avenia del Sol (Hauptstrasse) ueberquert. Als ich auf der anderen Seite der Strasse angelangt war, merkte ich eine bedrueckende Leere in meiner rechten Jackentasche. Ich dachte mir nur: NEIN. NEIN DAS KANN NICHT SEIN. Und doch, als ich hineinfuehlte, war meine Kamera weg. Jetzt ist es nunmal nichts ungewoehnliches, wenn man in Suedamerika beklaut wird, aber zum einen war ich an einem Ort, an dem es normalerweise relativ sicher sein sollte und zum anderen hatte ich die Kamera noch nicht einmal einen Monat gehabt!! Ich war so was von am boden zerstoert. Ich hatte keine Lust auf gar nichts mehr! Aber ich konnte rein garnichts machen. Die streikenden Massen waren einfach zu unuebersichtlich und der Dieb war wohl schon ueber alle Berge. Da hilft auch Polizei nichts mehr.
Ich bin dann also in einen Laden gegangen und habe mir einen Obstsalat zum Fruehstueck bestellt. Da die Streikenden scheinbar nicht weit waren, wurden alle Tueren und Fenster mit den dafuer vorgesehenen Laeden verschlossen und ich fuehlte mich wie ein Gefangener. Nachdem ich meinen Obstsalat in uebelster Laune herunter geschlungen hatte, machte ich mich auf die Suche nach einem Internetcafé, um mit irgend jemand zu telefonieren und ihm mein Leid zu klagen. Dies stellte sich als nicht so einfach heraus, denn alle Laeden waren verrammelt. Zudem hatte ich noch Bauchschmerzen bekommen, da ich den Obstsalat nicht richtig gegessen hatte. Nach einigem Suchen traf ich doch noch auf ein Café, das noch eine kleine Tuer offen hatte, durch die man eintreten konnte. Aber irgendwie war niemand im Internet, mit dem ich telefonieren konnte. Meinem kleinen Bruder sprach ich auf den AB. Mein Dad erwischte ich auf seinem Handy beim Einkaufen. Aber irgendwie schien er mich nicht verstanden zu haben, denn er wechselte sofort das Thema, ohne wirklich etwas zu dem Verlust meiner Kamera zu sagen zu haben. Meiner Mutter schrieb ich eine Mail. Immer noch in schlechter Laune verschickte ich meinen 5. Monatsbericht und ging dann wieder zurueck zum Hostal, fest davon ueberzeugt, dass Zimmer nicht mehr zu verlassen und nur noch fern zu sehen. Nach ein paar Stunden trieb mich der Hunger jedoch zum Mittagessen. Dies schlang ich aber nur lustlos herunter und zog mich dann wieder in mein Bett zurueck. Gegen Abend kamen Oliver und Roman zurueck. Die Nachrichten die sie hatten waren auch nicht besonders erfreulich. Oliver war im Reisebuero gewesen. Dessen Fensterscheiben waren von irgendwelchen Randalierern eingeschmissen worden. Auch wusste niemand, ob es am kommenden Tag Fluege geben wuerde, heute seien sie auf jeden Fall ausgefallen, da die Massen versucht hatten den Flughafen zu stuermen und dieser dann von der Polizei geschlossen wurde. Das einzige was uns uebrig bleiben wuerde, war am Freitag ganz in der Frueh an den Flughafen zu fahren, solange noch kein Streik war.

Tag 1, Freitag 22.02.2008

Heute Morgen weckt uns der Wecker um 5.50 Uhr. Die Nacht hatten wir alle relativ schlecht geschlafen, da die Betten mies und die Floehe noch mieser waren. Mit einem der wenigen Taxis fuhren wir zu einem total ueberhoehten Preis zum Flughafen, der schon von der Polizei umstellt war. Die Eingangshalle war voll mit Menschen. Nach einigem warten und anstehen bekamen wir heraus, dass am heutigen Tag der Airport geschlossen sei und wir uns nur anstellten, um einen neuen Flugtermin gesagt zu bekommen. Also warteten wir und warteten wir bis endlich unsere Flugnummer angezeigt wuerde. Nebenbei der schlechte Beigeschmack noch einen Tag laenger in Cusco verweilen zu muessen und ggf. falls wir nicht rechtzeitig fertig wuerden, kein Taxi zurueck zum Hostal zu bekommen! Irgendwann hatten wir genug uns stellten uns einfach in die kuerzeste Schlange. Wir hatten sogar Glueck denn die Frau war so nett uns direkt zu bedienen. Der naechste Schock war, dass es keine Fluege mehr fuer Samstag gab sondern nur noch fuer Sonntag. Hier konnten wir einen Flug um 11 Uhr ergattern und kulanter Weise wurde unser Rueckflug ohne Probleme nach hinten verschoben! Mittlerweile hatten wir wirklich alle die Nase gestrichen voll von diesem bloeden Streik. Bloede Demokratie. Konnten die nicht irgendwann streiken wenn wir mehr Zeit hatten? Aber was hilft all das Schimpfen. Wir mussten so oder so nochmals zwei weitere Tage in Cusco verbringen. Also nahmen wir wieder ein ueberteuertes Taxi zurueck zu unserem Hostal, das ganz verschlungene Wege fuhr, da ja eigentlich Streik war! So waren wir gut vier Stunden, nachdem wir aus unserem Hostal ausgecheckt hatten, wieder zurueck. Wenigstens die Besitzerin hatte sich gefreut. Nach einem kurzen Fruehstueck im Hostal legten wir uns nochmals fuer in paar Stunden aufs Ohr.

Tag 2, Samstag 23.02.2008

Mein Wecker weckte mich puentlich um 6.30 Uhr. Ich warf mich in meine Klamotten und nahm das naechste Taxi zum Schwarzmarkt. In den Socken steckten 200 Soles (ca. 50 Euro) mit denen ich beabsichtigte, meine Digitalkamera wieder zurueck zu kaufen, falls ich sie finden sollte. Aber ersteinmal musste ich sie finden!! So lief ich recht muede in den Gassen, vor denen mich jeder gewarnt hatte. Ich hatte Schauergeschichten gehoert, von Gruppen, die einen anspucken, ausrauben und sonst was. Aber das Risiko war es mir wert, wenn ich meine Kamera finden sollte. Aber zuerst sah ich nur allem moeglichen Schrott. Von verrosteten Naegeln, ueber alte Schuhe, bis hin zu Sonnenbrillen und Buechern. Nachdem ich ueber eine Stunde ueber den Markt gelaufen bin und nicht eine einzige Digitalkamera zu Gesicht bekommen habe, sah ich etwas Kurioses. Bzw. war es weniger das was ich sah, ein Mann, relativ sympatisch anzusehen der eine Tasche um die Schulter haengen hatte, sondern vielmehr was ich hoerte, der Mann lief durch die Menschen und murmelte dabei “Laptop, Laptop, ¿quire comprar un Laptop?” (wollen sie einen Laptop kaufen?). Irgendwann verschwand der Mann in einem Computerladen. Als ich diesen Laden 20 Minuten spaeter betrat, stand in der Vitrine doch tatsaechlich ein Laptop!! Dieser Markt war wirklich unglaublich. Hier wurde einfach jede gestohlene Ware umgesetzt und es gab sogar noch offizielle Security Leute!
Irgendwann fand ich auch die ersten Digitalkameras, die definitiv gebraucht waren und daher ziemlich sicher auch gestohlen! Aber meine war nicht dabei. Rein Interesse halber erkundigte ich mich nach den Preisen (eine Ixus 75, 7 Megapixel kostete so z.B. 450 Soles / ca. 120 Euro). Dies ist zwar immer noch guenstiger als eine neue Kamera, aber es gibt keine Ladegeraet und auch keine Garantie… Nach ueber zwei Stunden auf dem Markt zog ich etwas traurig ab. Mir wuerde wohl nichts anderes uebrig bleiben, als die selbe Kamera, die ich vor einem Monat gekauft hatte, nochmals zu kaufen… (Falls sich jemand etwas spenden will, ich wuerde mich freuen :))
Anschliessend ging ich fruehstuecken, ins Internet und um 12 Uhr wieder zurueck ins Hostal, wo ich auch den ganzen Nachmittag schlafend verbrachte. Am Abend schlenderte ich durch die romantischen Gaesschen Cuscos und das Viertel San Blas. Bevor ich schlafen ging, liess ich den Abend bei einem Glaeschen Vino del Casa ausklingen und hoerte einer Jazz-Band zu.

Tag 3, Sonntag 24.02.2008

Juche, endlich fliegen! Diesmal hat wirklich alles funktioniert. Im Hostal gefruehstueckt, an den Flughafen gefahren, Gepaeck aufgegeben, und ab zum Check-In. Halt, da hab ich doch noch was vergessen, Im Handgepaeck darf nicht wirklich alles transportiert werden. Zu diesem “nicht wirklich alles” gehoert leider auch dieses tolle Nagelscherenset, das ich dummerweise vergessen hatte, aus meinem Rucksack zu tun. Mist. Aber zum Glueck hatte ich Glueck und konnte mein Handgepaeck ohne Probleme aufgeben! So war wirklich alles geregelt und es konnte losgehen. An meinem Fensterplatz hatte ich eine wunderbare Aussicht auf die Landschaft Perus. Nach einer Stunde Flug landeten wir in Lima, wo es wirklich verdammt heiss war (30 Grad) und ich mir mit meinem Alpaka-Pulli auf dem Rollfeld “etwas” bloed vorkam… Aber was solls, kann man ja zum Glueck ausziehen :)
Am Flughafen trafen wir nochmals drei unserer ehemaligen Mitfreiwilligen, die auf dem Weg zum Amazonas waren. Sie hatten naemlich noch teilweise ihre Waesche in der Waescherei in Urubamba vergessen und wir waren so nett, sie ihnen mitzubringen. Aber wir liessen uns nicht lange aufhalten, sondern fuhren gleich weiter um noch einen Bus nach Nasca zu bekommen, wo wir am kommenden Tag die beruehmten Nasca-Linien ueberfliegen wollten. Leider wurde uns mitgeteilt, dass es keine Busse mehr nach Nasca gebe, sondern nur einen nach Ica. Von dort aus koennten wir schauen, ob wir vielleicht noch einen Bus nach Nasca bekommen koennten. Also machten wir uns auf den Weg und stiegen sofort in den naechsten Bus. Nach etwa 5 Stunden Fahrt kamen wir in Ica an und hofften, noch einen Bus zu bekommen. Und tatsaechlich hatten wir Glueck und es fuhr sofort ein Bus nach Nasca weiter, in dem wir die letzten drei Plaetze ergattern konnten. Nach weiteren zwei Studen waren wir endlich in Nasca angekommen. Dort wurden wir auch gleich fuer ein Hostal geworben, das sich als gar nicht so schlecht und teuer herausstellte. Nachdem ich mich nach einem Flug ueber die Nasca-Linien erkundigte, wurde uns auch sofort ein Angebot gemacht, das sich eigentlich nicht so schlecht anhoerte. Fuer 210 Soles (etwa 50 Euro) sollten wir einen Flug in einer 4 Mann Chesna wunderbare Sicht haben. Nach kurzem Ueberlegen (und dem Wissen, dass die Fluege verdammt teuer geworden sein sollten) sagten wir zu. Anschliessend gingen wir zum Chinesen Abendessen (Preis/Leistung immer noch das Beste hier!).

Tag 4, Montag 25.02.2008

Heute sollte der Tag sein, an dem wir die weltberuehmten Nasca-Linien ueberfliegen sollten! Um 7 Uhr wurden wir vom Hostal abgeholt und zum Flughafen gefahren. Dort zahlten wir die 231 Soles (Flug & Tax) und hoben ab. Insgesamt ueberflogen wir ueber 13 Figuren, die wirklich erstaunlich klar erkennbar waren. (Wer mehr ueber die Linien und deren Hintergrund erfahren will, wird auf Wikipedia fuendig.) Nach einer guten halben Stunde ging es wieder zurueck zum Flughafen. Wieder am Boden angekommen, waren wir uns einig, dass wir etwas gesehen haben, was man auf jeden Fall gesehen haben muss, aber der Preis war schon irgendwie hart! Davon kann man hier drei mal richtig gut Essen gehen! Aber naja, manches hat halt so seinen Preis.
Wir fuhren wieder zurueck zu unserem Hostal, fruehstueckten und liessen uns ein Angebot fuer die Wuestenoase Huacachina machen. Fuer 200 Soles sollten wir ein Paket aus Anreise, Winzerei-Tour, Uebernachtung, Buggie-Tour in der Wueste und Sandboarden bekommen. Wir entschieden uns aber dafuer, es auf eigene Faust zu versuchen. So gingen wir zum Bus-Terminal und buchten einen Bus zurueck nach Ica (8 Soles). Da noch ein paar Minuten Zeit war, erkundigte ich mich, was der Flug so bei anderen Agenturen gekostet haette. 40$ (110 Soles) inkl. Taxes und allem. Da brach fuer mich eine Welt zusammen. Jetzt war ich schon ein halbes Jahr in Peru, sollte dass man ueberall abgezogen wird und habe doch das Doppelte gezahlt als normal!!! Was ein Sch…! Aber was solls, vielleicht lernt man ja draus…
Von Ica aus nahmen wir ein Taxi in die Oase und fanden ein relativ gutes Hostal mit Pool, in dem wir fuer ein dreier Zimmer mit Privat-Bad und Dusche 20 Soles pro Person zahlten. Am Nachmittag relaxten wir ein wenig am Pool und gegen 17 Uhr bestiegen wir mit Sandboard und einem Bier bewafnet die etwa 150 Meter hohe Sandduene direkt hinter unserem Hostal. Dies stellte sich als relativ anstrengend heraus, da man bei jedem Schritt wieder die Haelfte wieder zurueck rutschte. Aber viele Pausen spaeter waren wir endlich oben angelangt und hatten einen super Ausblick ueber die Oase und die Wueste. Nachdem wir das Gipfelbier getrunken und einige Bilder geschossen hatten, wagte ich mich als erster an die Abfahrt. Obwohl wir das Board (=Holzbrett mit Schlaufen) gut gewachst hatten (mit einer Kerze) und es relativ steil war, ging es nicht so richtig ab.. Snowboarden ist halt doch nochmal etwas anderes! Unten angekommen entleerten wir unsere Schuhe von Massen von Sand und liessen den Abend in den Haengematten des Hostals ausklingen.

Tag 5, Dienstag 26.02.2008

Heute konnten wir endlich einmal wieder lange ausschlafen, in Ruhe fruehstuecken und einfach nur am Pool liegen und nichts tun. Erst um 16.30 Uhr hatten wir unseren ersten “Termin”. Auf unserer Agenda stand heute: Buggie-Tour und Sandboarden. Yeah! Zusammen mit 5 anderen jungen Leuten aus unserem Hostal ging es los in die Wueste. Ich wurde gebeten meine Muetze abzunehmen. Wieso? Sobald wir aus Huacachina heraus waren, wurde es mir klar. Der Buggie heizte mit einer unglaublichen Geschwindigkeit durch die Wueste! Geil! Das war wirklich ein Erlebnis, ueber den Sand quasi hinweg zu fliegen! Nach ein paar Minuten Fahrt Duenen hinauf und hinab, hielten wir an, um Fotos zu machen. Anschliessend ging es weiter, zu der ersten Duene, die wir hinunter fahren sollten. Da die Duenen fester waren als gestern, ging es ganz gut ab! Nachdem wir die Anfaenger-Duenen erfolgreich gemeistert hatten, ging es zu den richtigen Herausforderungen. Diese etwa 150 Meter hohe Duenen neigten sich teilweise in einem Winkel von ueber 30 Grad! Laut unseren Fuehrern wird man teilweise ueber 100 Km/h schnell! Und es ging auch wirklich beaengstigend schnell den Berg hinunter! Nachdem wir die Duenen zweimal hinunter gefahren sind (natuerlich sind wir nich hochgelaufen, sondern wurden vom Buggie hochgefahren!) ging es wieder zurueck zur Oase, wo wir den Sonnenuntergang beobachteten. Zum Abschluss des Tages gab es BBQ in unserem Hostal (fuer mich gab es ein Omellete :))

Tag 6, Mittwoch 27.02.2008

Nach dem Fruestueck fuhren wir nach Ica, um die Stadt zu besichtigen und ein Hostal zu suchen. Leider gab es nur Hostals die teurer und haesslicher als in der Oase waren und die Haelfte der Stadt war immer noch in Schutt und Asche durch das heftige Erdbeben im August 2007. Nachdem wir eine Tour zu dem Insels von Paracas buchten (Galapagos fuer Arme) fuhren wir also wieder zurueck nach Huacachina und bezogen unser Zimmer von neuem… Wir hatten nichts zu tun, als den ganzen Tag nichts zu tun :) Auch mal sehr angenehm. Am Abend bestieg ich unsere Hausduene und genoss zum letzten Mal fuer lange Zeit den Sonnenuntergang in der Wueste. Anschliessend rannte ich den Weg, den ich muehsam hinaufgestiegen bin in wenigen Minutn wieder herunter!
Gegen 21 Uhr fuhren wir mit den Buggies des Hostals zu einer nahegelegenen Winzerei und liessen uns erklaeren, wie hier traditionell Wein und Pisco hergestellt wird (Wein reift in Tonamphoren!) und probierten auch so den einen oder anderen. Nach der Weinprobe gab es noch ein wenig Fiesta (Party) mit noch mehr Wein, bis es dann nach 24 Uhr wieder zurueck ins Hostal ging, wo wir am Pool weiter feierten.

Tag 7, Donnerstag 28.02.2008

Eigentlich sollte der Wecker um 6:20 Uhr klingeln, da wir um 6:40 Uhr abgeholt werden sollten. Um 7 Uhr wurden wir unsanft durch ein Klopfen an unserer Tuer geweckt… Irgendwie hatte der Wecker nicht funktioniert und wir haben noch total verschlafen unsere Sachen in unsere Rucksaecke geschmissen und waren innerhalb von fuenf Minuten im Auto… Ein guter Start in den Tag. Aber wenigstens war die Panamerikana recht sanft und wir konnten noch eine Stunde tief und fest im Auto schlafen, bis wir im Hafen von Paracas ankamen. Dort stiegen wir in ein Schnellboot und fuhren hinaus zu den Inseln “Islas Ballestas” wo wir eine Vielzahl von Seeloewen, Pelikanen, Pinguinen uns sonstigen Seevoegeln beobachten konnten. Besonders suess fand ich die Seeloewenmama, die ihrem Kind das Schwimmen beibrachte. Nach knapp zwei Stunden ging es wieder zurueck in den Hafen, worueber ich sehr erfreut war, denn der Wein vom Vortag machte sich in meinem Kopf bemerkbar. Dort fruestueckten wir und fuhren dann weiter nach Lima, wo wir uns ein schoenes Hostal in dem besten Viertel (Miraflores) suchten.

Tag 8, Freitag 29.02.2008

Am Freitag ging es, nachdem wir lange ausgeschlafen hatten, mit dem Bus in das Zentrum Limas. Dort besichtigten wir die verschiedenen Plätze und genossen es, nach einem halben Jahr mal wieder richtig in der Zivilisation zu sein. Nachdem wir das Zentrum mehr oder weniger vollstaendig besichtigt hatten, fuhren wir zu einem Museum. Da der Eintritt aber überraschend teuer war, ging wir nur in die angegliederte Erotik Ausstellung. Zu spät bemerkten wir, dass wir dort eigentlich auch Eintritt hätten zahlen müssen. Aber nachdem wir ja schon alles gesehen hatten, sind wir da gerade nochmal drum herum gekommen :)
Anschließend gingen wir in eine (für peruanische Verhältnisse) rießige Shopping Mall und ins Kino (ganz kulturell: Rambo 4). Am Abend tauchten wir zusammen mit einigen peruanischen Freundinnen in das Nacht- und Clubleben von Lima ein.

Tag 9, Samstag 01.03.2008

Heute unternahmen wir nicht besonders viel. Wir buchten unseren Bus in den Norden nach Trujillo, schlenderten durch den Park der Liebe, sahen den Sonnenuntergang über dem Pazifik. Am Abend brachte ich einer Peruanerin, die zu unserem Entsetzen Tokio Hotel Fan ist, einige Brocken Deutsch bei. Anschließend fuhren wir zum Busterminal und stiegen in unseren Luxusbus und ab gings nach Trujillo.

Tag 10, Sonntag 02.02.2008

Nachdem wir eine sehr angenehme Nacht im Bus verbracht hatten, kamen wir gegen 7 Uhr in Trujillo an. Unsere erste Heldentat fuer diesen Tag war es, die Maedels anzurufen, zu wecken und zu fragen, in welchem Hostal sie seien. Anschliessend fuhren wir in das (ehemals) Fischer- und (jetzt) Surfer-Dorf Huanchaco. Der ueberfuellte Combi brauchte etwa eine halbe Stunde. Fuer die Fahrt wollten sie 2,40 Soles. Geht in Ordnung. Eigentlich. Denn als Oliver zahlte, war es lediglich 1 Sol!! Es ist echt wahnsinn, wie man an jeder Ecke abgezogen wird. Aber wenigstens gab es in dem Hostal noch ein schoenes Doppelzimmer, in dem wir uns ersteinmal schlafen legten. Gegen 11 Uhr gingen wir Fruehstuecken und an den Strand. Julia und Hannah konnten leider nicht mitkommen, da sie sich einen richtig boesen Sonnenbrand zugezogen hatten :)
Am Nachmittag gingen besuchten wir die Ruinen des Palastes Chan Chan, die von einer Prae-Inka Kultur errichtet wurde. Nach einem guten Abendessen genoss ich mit einer der (ehemaligen) Freiwilligen die Stimmung am Strand und ging relativ frueh schlafen, da ich trotz angenehmem Bus recht muede war.

Tag 11, Montag 03.02.2008

Nach dem Fruehstueck wurden wir um 10 Uhr von unserem Hostal abgeholt und nach Trujillo gefahren. Von dort aus ging es in einem Kombi weiter. Unser Ziel: Huaca de la Luna. Dieser Tempel der Moche Kultur (100-800 nach Christi) wurde erst Ende des 20. Jahrhunderts entdeckt und die Ausgrabungsarbeiten dauern immer noch an. Besonders interessant fand ich, dass bisher noch keinerlei Restaurationsarbeiten getaetigt wurden, trotztem aber weite Teile erhalten und erkennbar sind! Nach dieser dreistuendigen Tour besichtigen wir Trujillo, kauften unsere Bustickets weiter in den Norden und fuhren dann wieder zurueck nach Huanchaco und machten es uns am Strand bequem.

Tag 12, Dienstag 04.02.2008

Am Dienstag gingen wir nach dem Fruehstueck an den Strand und genossen einfach unseren Urlaub. Die einzige Abwechslung zu der gluehenden Sonne war das kuehle nass. So immer im Wechsel verbrachten wir mehr oder weniger den ganzen Tag mit nichts tun. Gegen 16 Uhr gingen wir zu unserem Hostal zurueck, um uns von dem Salzwasser zu befreien, etwas zu essen und anschliessend zum Busterminal zu fahren. Um 19 Uhr fuhr ziemlich puenktlich unser Bus ab. Normalerweise ist Busfahren in Peru ja nichts besonderes, aber diese Busgesellschaft nahm es mit der Sicherheit der Passagiere besonders ernst. Bevor wir einsteigen durften, mussten wir unsere Fingerabdruecke abgeben, wurden mit einem Metaldetektor durchsucht und gefilmt! Aber wenigstens war der Bus neu und die Sitze bequem. So glitt der Bus sanft durch die Nacht. Bis 22 Uhr. Da vernahm ich durch die Kopfhoerer meines MP3-Players ein seltsames Gerausch, dass ich nicht richtig einordnen konnte. Als ich den Gang nach hinten sah, sah ich lauter kleine Glasscherben. Und eines der Fenster war nurmehr ein schwarzes Loch. Irgendwen hoerte ich sagen, dass es wohl ein Stein gewesen sein muss. So fuhren wir noch 20 Minuten weiter und kamen dann in einem anderen Busterminal an. Dort wurde uns gesagt, dass wir den Bus tauschen mussten. Eine unserer Maedels sass scheinbar relativ nah an dem zerbrochenen Fenster und war von den Scherben mehr oder weniger ueberschuettet worden. Zum Glueck ist aber nichts passiert. Der neue Bus war leider nicht ganz so bequem und die Busfahrer meinten aus irgendeinem nicht erklaerlichen Grund, bis 2 Uhr relativ laute Musik laufen lassen zu muessen und das Licht wurde auch nicht ausgeschalten… So war es mit dem Schlafen eher schlecht. Aber ich war andererseits zu muede, aufzustehen und mich zu beschweren… Irgendwann tat dies aber ein anderer fuer mich und ich konnte endlich schlafen! Leider nur bis etwa halb 4. Denn da waren wir in Máncora angkommen und standen ploetzlich auf der Strasse. Weit und breit war kein Taxi zu sehen, dass uns zu einem Hostal bringen konnte. Dafuer gab es aber eine regelrechte Invasion von Cucarachas (Kakerlaken)... Ich hasste diese wuselnden Schaben vom ersten Blick an!! Nachdem wir 15 Minuten die Strasse hinunter gelaufen waren, fanden wir endlich ein Moto-Taxi, dass uns zu einem Hostal fuhr. Der Witz war nur, dass das Hostal keine 100 Meter entfernt war, wir aber trotzdem 2 Soles zahlen mussten! All mein Flehen und Fluchen half nichts. Die naechste (mehr oder weniger) schlechte Nachricht erwartete uns im Hostal. Zwar gab es genuegend Zimmer, wenn wir aber vor 6 Uhr einziehen sollten, muessten wir den vollen Preis zahlen. Also ergriffen wir die einzige Alternative und versuchten die verbleibenden 2 Stunden mehr oder weniger bequem tod zu schlagen. Ich zog mich an den Strand zurueck und wartete dort. Im ersten Morgengrauen konnten wir endlich in unser Zimmer gehen, wo wir auch ziemlich sofort in einen tiefen Schlaf vielen.

Tag 13, Mittwoch 05.03.2008

Nachdem wir mehr oder weniger lang geschlafen hatten (bis um 11 Uhr) gingen wir frühstücken und anschließend an den Strand. Da die Mittagssonne schon tapfer brannte, waren wir relativ schnell im Wasser. Dieses war im ersten Moment etwas kühl, aber schon bei der nächsten Welle einfach nur angenehm. So hatten wir den ganzen Tag unseren Spaß, uns in die Wellen zu werfen, unter ihnen hindurch zu tauchen und ab und an eine Ladung Salzwasser zu schlucken.

Tag 14, Donnerstag 06.03.2008

Heute wollten wir uns die Gelegenheit nicht entgehen lassen, surfen zu lernen. Leider war dies nicht unbedingt zu Schnäppchen Preisen zu haben (40 Soles pro Stunde, ca. 10 Euro). Aber wie gesagt, wollte wir uns diese Gelegenheit auf keinen Fall entgehen lassen. Zuerst übten wir 15 Minuten das Aufstehen trocken im Sand. Als dies einigermaßen funktionierte, schwammen wir hinaus. Anfangs war ich noch gut dabei und habe feste gerudert. Als wir etwa 30-40 Meter vor dem Strand waren, warteten wir auf die richtige Welle. Diese kam recht schnell. Und genauso schnell wurde das Surfbrett, als wir von der Welle erfasst wurden. Als wir genügend Geschwindigkeit erreicht hatten, rief mir mein Surflehrer zu, dass ich aufstehen solle. Und tatsaechlich, ich stand auf dem Wasser!! Ein hammer Gefühl! Nach guten 10 Metern war dies allerdings auch wieder vorbei und ich machte einen Platscher ins Wasser. Anschließend musste ich wieder hinaus auf hohe See. Dieses Mal ging es schon schwieriger… Und auch die Welle erwischten wir nicht richtig. So ging es noch 4-5 Mal. Das Paddeln mit den Armen wurde immer beschwerlicher und mein Rücken schien fast den Geist aufgeben zu wollen. Immer grösser Strecken musste mich der Surflehrer selbst hinausmanövrieren. Ich war irgendwie verdammt froh, als ich hörte, dass meine letzte Welle gekommen sei. Und dieses Mal sollte ich wirklich Glück haben, denn ich fuhr sie bestimmt über 30 Meter bis ganz an den Strand. Mein Eindruck vom Surfen: Wenn es klappt, sau geil. Aber bis es klappt muss man sich viel zu viel anstrengen :)
Nach diesen unverhaeltnismaessigen Anstrengungen in der prallen Mittagssonne gönnten wir uns erst einmal einen leckeren Eisbecher und versuchten sonst, so wenig wie möglich zu machen. Dies gelang uns auch recht gut. Denn bis auf Kartenspielen und essen unternahmen wir nichts mehr an diesem Tag.

Tag 15, Freitag 07.03.2008

Eigentlich gibt es für heute nicht besonders viel Neues zu berichten. Wir waren am Strand und im Wasser. Gegen 17 Uhr brachten wir Hannah und Julia K. (zwei unserer ehemaligen Freiwilligen) zu ihrem Bus und anschließend gingen wir Essen. Dies war wenigstens eine kleine Abwechslung zu dem, was ich sonst ein halbes Jahr lang gegessen hatte. Denn das Restaurant wurde von einer Österreicherin geführt und es gab echtes Roggen- und Vollkorn Brot! Am Abend gingen Julia H. und ich mal wieder Eis essen und dann auch schon relativ bald ins Bett. Oliver ging es nicht so gut, er hatte die Tage scheinbar zu viel Sonne abbekommen.

Tag 16, Samstag 08.03.2008

Jetzt passt auf, es wird spannend! Wir waren mal wieder am Strand! Oliver hingegen bevorzugte es, im Zimmer zu bleiben, was sicherlich auch besser für ihn war. Um 13 packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf den Weg zum Bus, der um 14.30 Uhr abfuhr. Zuerst waren wir nicht so zufrieden mit selbigem, denn es war recht heiß und nicht so wirklich wirklich bequem. Denn bis nach Lima sind es immerhin 18 Stunden Fahrt! Aber nachdem immer mehr und mehr Leute ausstiegen und keine neuen dazu kamen, hatte jeder von uns zwei Sitze für sich, auf denen er es sich so bequem wie möglich machen konnte.

Tag 17, Sonntag 09.03.2008

Gegen 9 Uhr kamen wir in Lima an. Nachdem wir unser Hostal bezogen hatten, machten wir uns ein letztes Mal auf den Weg durch die Zivilisation und besuchten eine große Mall. Da die Fahrt im Bus leider nie wirklich erholsam ist, war ich richtig müde und bin schon um 19 Uhr ins Bett gefallen und habe um 21 Uhr tief uns fest geschlafen. Eigentlich etwas schade, denn es war der letzte Abend von Julia H. in Peru, bevor sie nach Deutschland zurückgeflogen ist. Aber was nicht sein soll, soll nicht sein.

Tag 18, Montag 10.03.2008

Nachdem der vorherige Tag früh zu Ende gegangen ist, konnte dieser ja auch früh beginnen. Pünktlich um 3.50 Uhr klingelte mein Wecker… 10 Minuten später saßen wir im Taxi zum Flughafen. Dort lief alles reibungslos und pünktlich eine Stunde vor Abflug waren wir in der Wartehalle. Hier erwartete uns eine kleine Überraschung. Unsere Sozialassistentin Maria-Elena, die für eine Woche in Mexiko im Urlaub war, sollte mit genau dem selben Flug nach Cusco fliegen wie wir. So hatten wir noch ein wenig Unterhaltung in unserer Wartezeit. Der Flug ging pünktlich um 6.25 Uhr los und landete eine Stunde später in Cusco. Dort erwischte mich das Wetter eiskalt. Denn nach zwei Wochen Sandalen, hatte ich nicht daran gedacht, wieder feste Schuhe anziehen zu müssen. Und in Cusco war halt leider immer noch Regenzeit… Nachdem wir unser Gepäck hatten, fuhren wir sofort nach Urubamba. Im Taxi wechselte ich schnell meine Schuhe und versuchte mich mit dem Gedanken abzufinden, für die nächste Zeit, nicht mehr grundlos Schwitzen zu müssen, sondern vielmehr grundlos zu frieren. In Urubamba angekommen, erledigten wir die wichtigsten Einkäufe, brachten unsere Wäsche zur Wäscherei und fuhren anschließend in die Schule um Unterricht zu geben. Spätestens hier wurde uns bewusst, dass die Ferienzeit jetzt zu Ende und die Arbeitszeit wieder angefangen hatte.

Fazit

Das Wichtigste zuerst: Die Reise war einfach unglaublich toll! Zwar hat alles sehr chaotisch
und entmutigend begonnen, aber dann wurde es immer besser und besser. In dem
vergangenen halben Jahr sind wir bis jetzt immer in der Anden- und Hochlandregion gereist.
Diese Reise hingegen verlief über tausend Kilometer an der Küste und bot uns somit völlig
andere Einblicke in das Land Peru. Bisher war Peru für uns ein armes Land, in dem es, außer
in ein paar größeren Städten, so gut wie nichts gibt. Bisher war Peru für uns ein Land, in dem
sich der Großteil der Bevölkerung von Landwirtschaft und Tourismus ernährt. Bisher war
Peru für uns ein Land, in das die „Zivilisation“ noch nicht wirklich vorgedrungen war. Durch
unsere Reise haben wir allerdings gesehen, dass Peru auch noch ein ganz anderes Gesicht
verbirgt. An der Küste gibt es Supermärkte, in Lima kann man alles kaufen, was es in
Deutschland auch gibt, selbst in dem Fischerdorf Máncora kann man Vollkornbrot kaufen.
Hier sieht man doch immer mal wieder einen neuen BMW, Audi oder gar Mercedes durch die
Straßen fahren, was ich seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen hatte. Hier sieht man keine
Frau mit zwei Zöpfen, traditioneller Kleidung und schmutzigen Händen. Hier ist es angenehm
warm und es gibt ebenso warmherzige Menschen, die einen aus persönlichem und nicht nur
aus geschäftlichem Interesse ansprechen! Hier haben die Menschen Geld und gönnen sich
Luxus.
Natürlich gibt es auch in Lima (Hauptstadt) und in den anderen Städten Armutsviertel und
vielleicht fällt meine Beurteilung nur so positiv aus, da wir auf unserer Reise nur in Bade- und
Urlaubsorten waren. Sicher ist aber, dass sich uns ein völlig neues Gesicht von Peru gezeigt
hat.
Ich bin also wirklich sehr froh, diese gut zwei Wochen erlebt haben zu können, auch wenn die
Kosten im Nachhinein doch sehr hoch waren (ca. 2200 Soles, also gut 550 €). Aber auf der
anderen Seite war das unsere einzige große Reise und in dem nächsten halben Jahr werden
wohl nur noch Wochenendtrips drin sein.